Wildniscamp

Dass das Zelt draußen zu den wichtigsten Ausrüstungsteilen gehört, wird einem oft am Abend der Tage bewusst, an denen man stundenlang durch den Regen gelatscht ist, an denen der eiskalte Gegenwind dieses vertrackte Kanu immer wieder aus der Richtung gedrückt hat, an denen sich die versammelte Mückenpopulation halb Alaskas um die freien Stellen an deinem Körper balgt, … Die Gewissheit auf ein trockenes und sicheres Plätzchen macht dann auch unangenehme Tage erträglich. Naturgemäß haben wir hinsichtlich des Zeltes im Laufe der Jahre eine entsprechende Metamorphose durchlaufen. In den ersten Jahren, als Petra und ich das Gepäck noch komplett allein tragen mussten, schliefen wir zu viert in einem Bergzelt (Space II von vaude) und hatten als Erweiterung unseres Camps noch einen geräumigen Windschutz aus zwei stabilen Rettungsdecken dabei. Später kam ein zweites Zelt (Space plus) dazu. Mit Abstand am meisten nutzen wir eine Leichtgewichtskohte von Tentipi (ehemals Moskoselkåtan) aus Schweden.

Unsere Metamorphose


Wir sind von dieser, einem Tipi ähnelnden, Kåta (sprich Kohta) so begeistert, dass ich es trotz seiner 9 kg auch auf Trekkingtouren im Rucksack ins Hochgebirge oder durch Patagonien geschleppt habe. Im Kanu haben wir es sowieso dabei. Das ist nicht mehr irgendwie die Nacht oder den Tag mit schlechtem Wetter in der Enge überstehen, das ist Wohnen in der Natur mit einem überragenden Raumgefühl, zu jeder Jahreszeit und mit unserem transportablen Holzofen an Gemütlichkeit nicht zu überbieten. Die herablassende Überheblichkeit so mancher Besitzer teurer Hightech-Zelte angesichts unseres von Rauch und Wetter gezeichneten Kåtas schlägt spätestens dann in Neid um, wenn sie sich bei ungemütlichem Wetter mangels anderer Alternativen gezwungenermaßen in den Schlafsack verziehen, während wir hemdsärmlig um den Ofen sitzen.